Please Excuse My Dear Aunt Sally (1)
Der graue Saft der Instruktion köchelt hinter Glas.
Das Rezept, eine Art Ritus,
verlangt vom Praktizierenden nicht nur eine Abfolge von Handlungen
sondern eine Haltung,
die auf Nuancen von Präzision und Geduld abgeschmeckt ist, während die Zeit
vergeht.
Gewusst wie
in kontinuierlichen Runden.
Geboren durch die Formel
strebt jede Variable, jede Konstante danach,
von dem verlockenden Irrtum berührt zu werden.
Ein wahres Signal der Erprobung.
Während es schwelt,
wird der Möglichkeit des Überbrodelns, nach unvorhersehbaren Gefährten suchend,
nachgesonnen.
Die Luft wird staubig,
die Hand des Praktizierenden ist in ihr.
Und fügt Stück für Stück hinzu,
Dann Bleistift auf Papier,
Motoren, die die Linien ziehen, ohne Widerstand
warten auf den Moment auszubrechen.
Bald stottern sie Silben,
die nicht zu Worten
oder Zahlen werden wollen in den Staub.
Woher weiß man,
Tante Sally?
1 „Please Excuse My Dear Aunt Sally“ ist ein praktisches Akronym, das englischsprachigen Mathematiklernenden hilft, sich die Reihenfolge der Operationen (Klammern, Exponenten, Multiplikation, Division, Addition, Subtraktion) zu merken.
Text von Mania Godarzani-Bakhtiari
hier herunterladen
Fotograf: Julian Blum
→ Presse
Contemporary Art Library
KUBAPARIS
Die Postkarte zur Ausstellung (1) ist online erhältlich via (1)
Verwandte Veranstaltung: Reading